Wiederholt Antibiotikum erhöht das Risiko für Depression und Angst!

Mehr als 5 Behandlungen mit Antibiotika (Penicillin) erhöhen das Risiko für Depression und Angst enorm. Der wahrscheinliche Weg ist eine Störung der Darmflosra, die sich wiederum auf die Neurotransmitter auswirkt.

 

Daher ist es wichtig, nach einer Behandlung mit Antibiotika wieder für eine gesunde Darmflora zu sorgen.

 

Quelle:

J Clin Psychiatry. 2015 Nov;76(11):1522-8. doi: 10.4088/JCP.15m09961.

Antibiotic exposure and the risk for depression, anxiety, or psychosis: a nested case-control study.

Abstract

OBJECTIVE:

Changes in the microbiota (dysbiosis) were suggested to increase the risk of several psychiatric conditions through neurologic, metabolic, and immunologic pathways. Our aim was to assess whether exposure to specific antibiotic groups increases the risk for depression, anxiety, or psychosis.

METHOD:

We conducted 3 nested case-control studies during the years 1995-2013 using a large population-based medical record database from the United Kingdom. The study included 202,974 patients with depression, 14,570 with anxiety, and 2,690 with psychosis and 803,961, 57,862, and 10,644 matched controls, respectively. Cases were defined as individuals aged 15-65 years with any medical Read code for depression, anxiety, or psychosis. Subjects with diagnosis-specific psychotropic prescriptions > 90 days before index date were excluded. For every case, 4 controls were selected using incidence density sampling, matching on age, sex, practice site, calendar time, and duration of follow-up before index date. The primary exposure of interest was therapy with 1 of 7 antibiotic classes > 1 year before index date. Odds ratios (ORs) and 95% CIs were calculated for the association between each psychiatric disorder and exposure to individual classes of antibiotics using conditional logistic regression analysis. The risk was adjusted for obesity, smoking history, alcohol consumption, socioeconomic status, and number of infectious events before diagnosis.

RESULTS:

Treatment with a single antibiotic course was associated with higher risk for depression with all antibiotic groups, with an adjusted OR (AOR) of 1.23 for penicillins (95% CI, 1.18-1.29) and 1.25 (95% CI, 1.15-1.35) for quinolones. The risk increased with recurrent antibiotic exposures to 1.40 (95% CI, 1.35-1.46) and 1.56 (95% CI, 1.46-1.65) for 2-5 and > 5 courses of penicillin, respectively. Similar association was observed for anxiety and was most prominent with exposures to penicillins and sulfonamides, with an AOR of 1.17 (95% CI, 1.01-1.36) for a single course of penicillin and 1.44 (95% CI, 1.18-1.75) for > 5 courses. There was no change in risk for psychosis with any antibiotic group. There was a mild increase in the risk of depression and anxiety with a single course of antifungals; however, there was no increase in risk with repeated exposures.

CONCLUSION:

Recurrent antibiotic exposure is associated with increased risk for depression and anxiety but not for psychosis

Fiebertherapie bei schwerer therapierefraktärer Depession

Quelle:http://www.medknowledge.de/aktuelle-studien-nach-fachgebiet/228-2016-med/psychiatrie/1957-fiebertherapie-ganzkoerper-hyperthermie-bei-schweren-depressionen-2016.html

Fiebertherapie: Ganzkörper-Hyperthermie bei schweren Depressionen, 2016

Frei#  Therapeutische Limitationen derzeitiger Antidepressiva erfordern die Entwicklung neuer Therapieoptionen bei schweren Depressionen. Eine randomisierte Studie in „JAMA Psychiatry“ überprüfte die Wirksamkeit der Ganzkörper-Hyperthermie bei Patienten mit einer schweren depressiven Episode (1).

In die Studie waren 34 Patienten mit schweren Depressionen eingeschlossen. Die Studiendauer betrug 6 Wochen.

Die Patienten wurden entweder für Ganzkörper-Hyperthermie oder für Schein-Intervention randomisiert. Die Patienten in der Hyperthermie-Gruppe erhielten eine Sitzung, in der die Körper-Temperatur für 90 Minuten auf 38.5 Grad erhöht wurde.

Die Ergebnisse zeigten, dass es in der Hyperthermie-Gruppe zu einer signifikanten Reduktion der Hamilton-Depressionskala als in der Scheinintervention-Gruppe kam.

Die Besserung war während der Beobachtungszeit bis zur 6. Woche anhaltend: Hyperthermie vs Plazebo; Woche 1: -6.53, 95% CI, -9.90 to -3.16, P?<?.001; Woche 2: -6.35, 95% CI, -9.95 to -2.74, P?=?.001; Woche 4: -4.50, 95% CI, -8.17 to -0.84, P?=?.02; und Woche 6: -4.27, 95% CI, -7.94 to -0.61, P?=?.02.

Fazit: Die Autoren schlussfolgern, dass Ganzkörper-Hyperthermie eine schnelle, sichere und wirksame antidepressive Therapie-Option ist, die mindestens 6 Wochen anhielt.

Medknowledge-Anmerkung: Warum nicht, vor allem wenn die Patienten keine Langzeit-Antidepressiva-Therapie wünschen, oder auf diese nicht ansprechen oder nicht vertragen.

1-Janssen et al. Whole-body hyperthermia for the treatment of major depressivedisorder: A randomized clinical trial. JAMA Psychiatry. 2016 May 12

2-Raising Body Temperature Relieves Depression Symptoms, Small Study Finds

Hilfe: Ich nehme zu viele Medikamente! – Neuer Service

Viele Betroffene häufen mit zahlreichen Behandlungen, wechselnden Kliniken und ÄrztInnen eine Unmenge an Medikamenten an.

Dabei können sich viele ungewünschte Effekte und Wechselwirkungen ergeben,
in nicht wenigen Fällen werden auch Kombinationen verordnet, die sich nicht gut miteinander ergänzen oder zu unerwünschten Nebenwirkungen beitragen.

Oft hilft es hier, eine „Bestandsaufnahme“ zu machen und nocheinmal zu überprüfen,
was nötig ist, und was nicht.
Heute sind derartig viele Wechselwirkungen bekannt, daß kaum jemand wirklich alle überblicken kann. Es gibt aber moderne computergestützte Programme. Diese können, immer zusammen mit einer fachkundigen Interpretation der Resultate, zu einer Verbesserung der Medikation beitragen.

Wenn Sie das Gefühl haben, zu viele Medikamente zu nehmen, die sich eventuell gar nicht untereinander vertragen, biete ich Ihnen an, diese auch mit Hilfe modernster Programme zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen einzuleiten.

 

Neues Medikament bei Parkinson-Psychose:Pimavanserin

Menschen mit Morbus Parkinson haben häufig auch psychotische Symptome (Halluzinationen, Wahnvorstellungen).

Da aber die bisherigen Medikamente, die hier helfen würden, Dopamin blockieren und auf díesem Weg auch die Parkinson-Erkrankung selbst negativ beinträchtigen, gab es bisher kaum medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.

In den USA wurde nun eine neues Medikament zugelassen (Pimavanserin, Nuplazid (r) ) , welches hier hilft, ohne die Erkrankung zu verschlechtern.

Ich werde berichten, wenn es auch hier zur Verfügung steht!

 

Die Bluthirnschranke durchbrochen!

Quelle

http://www.sciencealert.com/scientists-have-breached-the-blood-brain-barrier-for-the-first-time-to-treat-a-brain-tumour

 

Erstmal scheint es gelungen zu sein, die Bluthirnschranke ganz gezielt zu durchbrechen und Medikamente genau an einem bestimmten Ort in Hirn wirken zu lassen.

Das war bisher unmöglich.

Zwar war dieses Mal das Ziel ein Hirntumor, aber die Technik an sich könnte in Zukunft auch dazu dienen,bestimmte Medikamente gezielt in bestimmten Hirnregionen „abzuliefern“.

In der Psychiatrie gibt es viele Erkrankungen, wo man weiß, daß bestimmte Regionen betroffen sind, andere aber nicht – und Medikamente entweder gar nicht ins Hirn gehen oder überall hin, und dann unnötige Nebenwirkungen haben können.

Dies könnte eine Zukunft für neue, bessere Medikamente auch in der Psychiatrie sein!