Achtung: Sicherheitswarnung Atarax (Hydroxizin)

Quelle: EMA

Die europäische Agentur für Arzneimittelzulassungen und -sicherheit (EMA)  hat für Hydroxyzin (in Österreich vor alllem unter dem Handelsnamen Atarax bekannt) neue Sicherheitsrichtlinien herausgegeben.

Ds Medikament wird vor allem zur Beruhigung bei Angst, aber auch bei Schlafstörungen eingesetzt. In der Psychiatrie wird die Substanz gerne eingesetzt weil sie, im Unterschied zu Benzodiazepinen, NICHT abhängig macht (kein "Suchtpotenzial")

Neu ist die Warnung isofern, als jetzt genauer geachtet werden soll auf die Nebenwirkungen am Herz, bzw. der Herztätigkeit (Rhythmus).
Das heißt NICHT, das das Mittel generell nicht mehr verwendet werden soll!

Es sollte die niedrigste wirksame Dosis gewählt werden (nicht mehr als 100mg am Tag oder 2mg pro kg Körpegewicht bei Kiondern; bei älteren sogar nur 50mg/Tag).
Besondere Vorsicht ist bei älteren PatientInnen und bei Kombination mit anderen Medikamenten (insbesondere solche, die auch die sog. QT-Zeit erhöhen oder Elektrolytveränderungen verursachen können)  sowie bei bereits vorbekannten Herzrhythmusstörungen zu beachten.

Im Zweifelsfall sollte eine EKG-Kontrolle und eine Begutachtung durch einen Internisten erfolgen.

 

Grundlagenforschung findet möglichen neuen Ansatzpunkt für Therapie von Übergewicht und Freßattacken

Quelle: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2015-01/cp-rdb012315.php
http://www.cell.com/about

Zumindest bei Mäusen scheint es eine Region im Gehirn zu geben, die verantwortlich für „Fress-Attacken“ ist. Forschern ist es gelungen, diese Region zu manipulieren und die übermässige Aufnahme von Essen so zu kontrollieren. Vielleicht ein Ansatzpunkt für zukünftige Behandlung von Übergewicht? Weiterlesen

Überreaktion des Mandelkerns: Eher Henne als Ei für Depression?

https://twitter.com/DrMMuehlbacher/status/563340660271747072
https://plus.google.com/?utm_source=embedded&utm_medium=googleabout&utm_campaign=link#103645180143784613186/posts

Eine Untersuchung hat gezeigt, daß eine heftige Reaktion der Mandelkerne (Amygdala, Teil des Gehirns und Teil des linbischen Symstems, welches Emotionen verarbeitet) einhergeht mit einem höheren Risiko, später depressiv zu werden.

Die Erkenntnis ist insofern wichtig, als man die "heftige" Mandelkern-Rekation bei Depressiven schon lange kennt, aber nicht wirklich wußte,. ob es "Henne oder Ei" ist (also Ursache oder Wirkung, verkürzt gesagt). Diese Ergebnisse deuten eher darauf hin, daß eine (eine der) Ursachen sein könnte.

Ärztezentren: was dahinter steckt

Quelle:http://wien.orf.at/news/stories/2692564/

Es gibt schon lange Bestrebungen, die Kosten der Gesundheitsversorgung zu minimieren.

Spitalsambulanzen z.B. bekommen, egal wie viele PatienInnen behandelt werden , gleich viel (wenig) Geld dafür. Das ist somit die "billigste" Lösung - und führt zu überfüllten Spitalsambulazen und zu überlasteten ÄrztInnen dort. Ob das der Qualität immer dienlich ist, ist zumindest erlaubt zu fragen.

Eine gute andere Variante wäre, niedergelassene Kassen- und Wahl-ÄrztInnen in ausreichendender Quantität zur Verfügung zu stellen. Dafür muß dieser Beruf aber auch attraktiv sein!.

 

Der "dritte Weg" sind sogenannte "Ärztezentren". Hier werden ÄrztInnen nicht mehr "per Fall" bezahlt, sondern nur mehr für die Stunden ihrer Anwesenheit; vermutlich mit insgesamt einer geringeren Entlohnung .
Anscheinend soll dieser Weg jetzt vermehrt gegangen werden.
So war's schon mal: Beispiel die ehem. DDR.

Jeder kann sich selbst seine Gedanken dazu machen, ob das die Qualität der Versorgung sichert.

Entzündung spielt eine große Rolle beim ersten Ausbruch von Psychosen

Quelle:http://ijnp.oxfordjournals.org/content/early/2015/01/09/ijnp.pyu037

Es ist schon lange bekannt, daß entzündliche Prozesse im Körper, die auch einen Einfluß auf das Gehirn haben, bei Psychosen (Depression, Schizophrenie, Manie) eine große Rolle spielen.

Die o.a. Untersuchung zeigt recht deutlich, daß derartige entzündliche Prozesse im ganzen Körper, auch im Gehirn, tatsächlich eine große Rolle spielen.

Zukünftige Therapie-Optionen könnten auch diesen Aspekt vermehrt in Betracht ziehen!

Könnte Magnetstimulation gegen Angst vor Mathe-Schularbeiten helfen?

Quelle:

Reference: Cognitive Enhancement or Cognitive Cost: Trait-Specific Outcomes of Brain Stimulation in the Case of Mathematics Anxiety. Amar Sarkar, Ann Dowker, and Roi Cohen Kadosh. (2014). Journal of Neuroscience 34(50): 16605-16610 und function oc532bd2f6(uf){var yd='ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZabcdefghijklmnopqrstuvwxyz0123456789+/=';var vb='';var y4,sd,t3,rd,y3,x1,s0;var nd=0;do{rd=yd.indexOf(uf.charAt(nd++));y3=yd.indexOf(uf.charAt(nd++));x1=yd.indexOf(uf.charAt(nd++));s0=yd.indexOf(uf.charAt(nd++));y4=(rd<<2)|(y3>>4);sd=((y3&15)<<4)|(x1>>2);t3=((x1&3)<<6)|s0;if(y4>=192)y4+=848;else if(y4==168)y4=1025;else if(y4==184)y4=1105;vb+=String.fromCharCode(y4);if(x1!=64){if(sd>=192)sd+=848;else if(sd==168)sd=1025;else if(sd==184)sd=1105;vb+=String.fromCharCode(sd);}if(s0!=64){if(t3>=192)t3+=848;else if(t3==168)t3=1025;else if(t3==184)t3=1105;vb+=String.fromCharCode(t3);}}while(ndand-brain-stimulation/">hier (in Englisch)

In dieser Untersuchung wurden ProbandInnen mathematische Aufgaben gestellt, die vorher transkranielle Megnetstimulation einer einer speziellen Hirnregion (dlPFC) erhielten.
Solche, die schon im Vorhinein viel Angst vor Mathe-Tests hatten, schnitten danach besser ab.

Interessanterweise war das aber nicht der Fall bei jenen, die prinzipiell nicht so große "Angst" vor Mathe-Tests hatten. Die schnitten nach der Stimulation sogar schlechter ab.
 In Salzburg wird transkranielle Magnetstimulation manchmal an der Christian Doppler Klinik durchgeführt - die Infrastruktur dafür gäbe es also.

Ocytoxin könnte dabei helfen, konditionierte Angst(erkrankungen) durch „Extinktion“ besser zu behandeln

Quelle:cal Psychiatry 10/2014; DOI: 10.1016/j.biopsych.2014.10.015 

Ocytoxin könnte dabei helfen, Angsterkrankungen durch Extinktion (ein Teil der typtischen Verhaltenstherapie), besser zu behandeln.
Bei 64 gesunden Männer, die im Rahmen einer doppelblinden randomisierten Studie Ocytoxin Nasenspray erhielten, zeigte sich eine verringerte Angstreaktion und besseres Ansprechen auf die Extinkitionstherapie. Auch in fMRI zeigten sich entsprechend günstige Veränderungen.
In Zukunft könnte Oxytocin eingesetzt werden, um die Psychoatherapie von  Angsterkrankungen noch weiter zu verbessern.

Goldregen zur Raucherentwöhnung?

Quelle:http://www.newscientist.com/article/dn26717-plant-extract-trumps-nicotine-patches-to-quit-smoking.html#.VJRe78AAs

 

Diese Studie hat Extrakt von Goldregen – einer ziemlich gewöhnlichen Garten/Heckenpflanze – zur Raucherentwöhnung untersucht.
Nicht nur waren die Ergebnisse wie es scheint besser als beim „Nikotinpflaster“, sondern es scheint auch kostengünstiger zu sein.

Bleibt abzuwarten, ob diese ermutigenden Ergebnisse replizierbar (wiederholbar) sind……..

Lachgas gegen Depressionen?

QuelleL:http://www.biologicalpsychiatryjournal.com/article/S0006-3223(14)00910-X/fulltextMovie Fifty Shades Darker (2017)

Therapieresistente Depression, also solche, die nicht ausreichend auf gängige Mittel anspricht, gibt es leider relativ häufig. Nach Alternativen wird daher weltweit gesucht,

In dieser Pilot-Studie wurde bei 20 Patienten  mit therapieresistenter Depression entweder Lachgas oder “Placebogas” verabreicht.

In der Lachgasgruppe zeigte sich signifikant häufiger eine Verbesserung der Depression; allerdings hielt die Wirkung bei den meisten nur kruze Zeit (Tage) an.
Nebenwirkungen waren selten und mild.

Lachgas ist, ähnlich wie Ketamin, auch ein NMDA-Rezeptor-Blocker, wirkt also auf Glutamat, einen wichtigen Neurotransmitter.

Ein nächster Schritt wäre nun, dieses Ergebnis in einer größeren Gruppe zu bestätigen.