Social Distancing: Unwort 2020

Ich möchte als frühe Nominierung für das Unwort des Jahres 2020 „Social Distancing“ angeben.

Wörter haben Macht und formen Gedanken.

Der Gedanke, der hier verfolgt wurde, war eigentlich richtig:
Abstand schützt. Speziell auch vor Corona, welches eine echte Gefahr für alle ist.

Aber: Es schützt uns der physische Abstand, nicht der soziale.

Eine bessere Wortwahl wäre „physical distancing“ gewesen.

Wörter formen Gedanken, formen Verhalten.

Allzu viele Menschen haben das „social distancing“ jetzt in ihr Denken integriert.

Das macht zweierlei Probleme:
1. Massive (und unbegründete) Angst, überhaupt soziale Kontakte aufzunehmen. Unter entsprechenden Schutzmaßnahmen ist dies nicht nur sicher, sonder gehört zum Mensch-Sein dazu.

Viele Menschen sind jetzt isoliert und vereinsamt. Das fördert psychische Erkrankungen!

Theoretisch kann „social distancing“ auch bedeuten, dass sich reiche, priviligierte Menschen in „Schutzgebiete“ zurückziehen und ärmere Menschen weiter arbeiten ohne Möglichkeit, genügend Abstand zum Schutz ihrer selbst und anderer Menschen einzuhalten.

2. Bei Wegfall von Restriktionen („lock down“) Maßnahmen, wird völlig vergessen, dass es eigentlich um was anderes ging, als Menschen „den sozialen Kontakt zu verbieten“, und sämtliche Vorsichtsmaßnahmen werden dann von heute auf morgen ignoriert.

Das fördert leider wiederum die Pandemie.Und das will wohl niemand, oder?

Wörter sind wichtig. Social distancing ist kein gutes.

Nach der (hoffentlich ersten und vorläufig letzten Welle der) Corona-Pandemie

Liebe PatientInnen und Patienten!

Die letzten Monate waren für viele von uns eine große Herausforderung.
Ich habe so gut es ging probiert, mit allen Kontakt zu halten.
In den meisten Fällen ist dies sehr gut gelungen, viel musste aber auch improvisiert werden und einiges hat leider manchmal überhaupt nicht funktioniert. Dabei ist es bedauerlicherweise auch dazu gekommen, dass Termine nicht stattfinden konnten, durcheinander gekommen sind, Post nicht ankam und andere Mißgeschicke.

Dies tut mir für die davon Betroffenen sehr leid. Niemals war das mein Vorhaben, aber auch mir sind sicher Fehler unterlaufen.


Im großen und ganzen kann ich aber eine sehr positive Bilanz ziehen und bedanke mich bei allen!

Gerade jetzt, nach dieser einmaligen „Ausnahmesituation“, kann es dazu kommen, dass psychische Probleme sogar vermehrt auftreten.
Besuche in der Ordination sind jetzt auch wieder vor Ort möglich, unter Berücksichtigung der üblichen Verhaltensmaßnahmen.

Bitte schauen Sie genau, ob Sie noch genügend Vorrat an Medikation bis Mitte Juli haben.
Rezepte kann ich noch bis zum 15.6. ausstellen, danach ist die Ordination bis zum 13.7. geschlossen.

Mit den besten Wünschen,

Dr. Moritz Mühlbacher

Auch Blutdruckmittel könnten depressiv machen!

Quelle:http://www.medicalnewstoday.com/articles/313380.php

Eine 5 Jahre follow-up Untersuchung zeigte bei mehr als 144.000 Patienten, dass das Risiko für eine Depression nach Verordnung von Betablockern und Calciumkanalhemmern (nicht aber von ACE-Hemmern, einer anderen Klasse von Blutdruckmitteln) signifikant erhöht war.

 

Wiederholt Antibiotikum erhöht das Risiko für Depression und Angst!

Mehr als 5 Behandlungen mit Antibiotika (Penicillin) erhöhen das Risiko für Depression und Angst enorm. Der wahrscheinliche Weg ist eine Störung der Darmflosra, die sich wiederum auf die Neurotransmitter auswirkt.

 

Daher ist es wichtig, nach einer Behandlung mit Antibiotika wieder für eine gesunde Darmflora zu sorgen.

 

Quelle:

J Clin Psychiatry. 2015 Nov;76(11):1522-8. doi: 10.4088/JCP.15m09961.

Antibiotic exposure and the risk for depression, anxiety, or psychosis: a nested case-control study.

Abstract

OBJECTIVE:

Changes in the microbiota (dysbiosis) were suggested to increase the risk of several psychiatric conditions through neurologic, metabolic, and immunologic pathways. Our aim was to assess whether exposure to specific antibiotic groups increases the risk for depression, anxiety, or psychosis.

METHOD:

We conducted 3 nested case-control studies during the years 1995-2013 using a large population-based medical record database from the United Kingdom. The study included 202,974 patients with depression, 14,570 with anxiety, and 2,690 with psychosis and 803,961, 57,862, and 10,644 matched controls, respectively. Cases were defined as individuals aged 15-65 years with any medical Read code for depression, anxiety, or psychosis. Subjects with diagnosis-specific psychotropic prescriptions > 90 days before index date were excluded. For every case, 4 controls were selected using incidence density sampling, matching on age, sex, practice site, calendar time, and duration of follow-up before index date. The primary exposure of interest was therapy with 1 of 7 antibiotic classes > 1 year before index date. Odds ratios (ORs) and 95% CIs were calculated for the association between each psychiatric disorder and exposure to individual classes of antibiotics using conditional logistic regression analysis. The risk was adjusted for obesity, smoking history, alcohol consumption, socioeconomic status, and number of infectious events before diagnosis.

RESULTS:

Treatment with a single antibiotic course was associated with higher risk for depression with all antibiotic groups, with an adjusted OR (AOR) of 1.23 for penicillins (95% CI, 1.18-1.29) and 1.25 (95% CI, 1.15-1.35) for quinolones. The risk increased with recurrent antibiotic exposures to 1.40 (95% CI, 1.35-1.46) and 1.56 (95% CI, 1.46-1.65) for 2-5 and > 5 courses of penicillin, respectively. Similar association was observed for anxiety and was most prominent with exposures to penicillins and sulfonamides, with an AOR of 1.17 (95% CI, 1.01-1.36) for a single course of penicillin and 1.44 (95% CI, 1.18-1.75) for > 5 courses. There was no change in risk for psychosis with any antibiotic group. There was a mild increase in the risk of depression and anxiety with a single course of antifungals; however, there was no increase in risk with repeated exposures.

CONCLUSION:

Recurrent antibiotic exposure is associated with increased risk for depression and anxiety but not for psychosis

Fiebertherapie bei schwerer therapierefraktärer Depession

Quelle:http://www.medknowledge.de/aktuelle-studien-nach-fachgebiet/228-2016-med/psychiatrie/1957-fiebertherapie-ganzkoerper-hyperthermie-bei-schweren-depressionen-2016.html

Fiebertherapie: Ganzkörper-Hyperthermie bei schweren Depressionen, 2016

Frei#  Therapeutische Limitationen derzeitiger Antidepressiva erfordern die Entwicklung neuer Therapieoptionen bei schweren Depressionen. Eine randomisierte Studie in "JAMA Psychiatry" überprüfte die Wirksamkeit der Ganzkörper-Hyperthermie bei Patienten mit einer schweren depressiven Episode (1).

In die Studie waren 34 Patienten mit schweren Depressionen eingeschlossen. Die Studiendauer betrug 6 Wochen.

Die Patienten wurden entweder für Ganzkörper-Hyperthermie oder für Schein-Intervention randomisiert. Die Patienten in der Hyperthermie-Gruppe erhielten eine Sitzung, in der die Körper-Temperatur für 90 Minuten auf 38.5 Grad erhöht wurde.

Die Ergebnisse zeigten, dass es in der Hyperthermie-Gruppe zu einer signifikanten Reduktion der Hamilton-Depressionskala als in der Scheinintervention-Gruppe kam.

Die Besserung war während der Beobachtungszeit bis zur 6. Woche anhaltend: Hyperthermie vs Plazebo; Woche 1: -6.53, 95% CI, -9.90 to -3.16, P?<?.001; Woche 2: -6.35, 95% CI, -9.95 to -2.74, P?=?.001; Woche 4: -4.50, 95% CI, -8.17 to -0.84, P?=?.02; und Woche 6: -4.27, 95% CI, -7.94 to -0.61, P?=?.02.

Fazit: Die Autoren schlussfolgern, dass Ganzkörper-Hyperthermie eine schnelle, sichere und wirksame antidepressive Therapie-Option ist, die mindestens 6 Wochen anhielt.

Medknowledge-Anmerkung: Warum nicht, vor allem wenn die Patienten keine Langzeit-Antidepressiva-Therapie wünschen, oder auf diese nicht ansprechen oder nicht vertragen.

1-Janssen et al. Whole-body hyperthermia for the treatment of major depressivedisorder: A randomized clinical trial. JAMA Psychiatry. 2016 May 12

2-Raising Body Temperature Relieves Depression Symptoms, Small Study Finds

Hilfe: Ich nehme zu viele Medikamente! – Neuer Service

Viele Betroffene häufen mit zahlreichen Behandlungen, wechselnden Kliniken und ÄrztInnen eine Unmenge an Medikamenten an.

Dabei können sich viele ungewünschte Effekte und Wechselwirkungen ergeben,
in nicht wenigen Fällen werden auch Kombinationen verordnet, die sich nicht gut miteinander ergänzen oder zu unerwünschten Nebenwirkungen beitragen.

Oft hilft es hier, eine "Bestandsaufnahme" zu machen und nocheinmal zu überprüfen,
was nötig ist, und was nicht.
Heute sind derartig viele Wechselwirkungen bekannt, daß kaum jemand wirklich alle überblicken kann. Es gibt aber moderne computergestützte Programme. Diese können, immer zusammen mit einer fachkundigen Interpretation der Resultate, zu einer Verbesserung der Medikation beitragen.

Wenn Sie das Gefühl haben, zu viele Medikamente zu nehmen, die sich eventuell gar nicht untereinander vertragen, biete ich Ihnen an, diese auch mit Hilfe modernster Programme zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen einzuleiten.

 

Neues Medikament bei Parkinson-Psychose:Pimavanserin

Menschen mit Morbus Parkinson haben häufig auch psychotische Symptome (Halluzinationen, Wahnvorstellungen).

Da aber die bisherigen Medikamente, die hier helfen würden, Dopamin blockieren und auf díesem Weg auch die Parkinson-Erkrankung selbst negativ beinträchtigen, gab es bisher kaum medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.

In den USA wurde nun eine neues Medikament zugelassen (Pimavanserin, Nuplazid (r) ) , welches hier hilft, ohne die Erkrankung zu verschlechtern.

Ich werde berichten, wenn es auch hier zur Verfügung steht!

 

Feiertagswünsche an alle meine Patientinnen!

Ich wünsche
Ihnen aus vollem Herzen schöne Feiertage und
ein gutes, gesundes neues Jahr!
Best wishes for the festival season and may all your wishes come true
next year!
mit freundlichen Grüßen,
Kind regards,